1. Was ist Inflation und was ist sie nicht?
Inflation stammt vom lateinischen Wort "inflare", das bedeutet "Aufblähen". Damit gemeint ist das bewusste Aufblähen der Geldmenge, das Vermehren von Geld. Was Inflation NICHT ist: Inflation ist kein unerwartetes Ereignis wie zb. ein Erdbeben, Überschwemmung, Unwetter so wie das uns Medien und Politiker weis machen wollen.
2. Was ist der Preis und wie errechnet er sich?
Der Preis ist das Maß für die Knappheit eines Gutes (=Produkt, Ware, Gegenstand) und spiegelt somit seinen Marktwert in Geld wider. Ist ein Gut äußerst knapp (z.B. Gold) dann wollen ihn alle haben (hohe Nachfrage) somit ist er wertvoll, hat also einen hohen Preis. Ist ein Gut reichlich vorhanden (z.B. Sand) dann ist die Nachfrage gering und somit auch sein Preis. FAZIT: JE KNAPPER EIN GUT, DESTO TEURER IST ES.
Wie errechnet sich der Marktpreis in einer Volkswirtschaft?
- In einem Dorf gibt es eine Geldmenge von € 100,- und eine Gesamtgütermenge von 100 Kugelschreiber.
Wie hoch ist der Preis für einen Kugelschreiber? Preis: € 1,- - Über Nacht verdoppelt ein Zauberer das Geld von jedem Dorfbewohner, belässt aber die Gesamtgütermenge bei 100 Kugelschreiber.
Wie hoch ist der Preis am nächsten Tag? Preis: € 2,- - Über Nacht verdoppelt die Kugelschreiberfirma ihre Produktion, sodass es jetzt eine Gesamtgütermenge von 200 Kugelschreiber gibt.
Wie hoch ist der Preis für den Kugelschreiber. Preis: € 0,5 - Was passiert mit Güterpreis wenn die Kugelschreiberfirma aufgrund eines Maschinenausfalls nur noch 10 Kugelschreiber auf dem Markt bringt?
Wie hängt das zusammen mit der Knappheit? Preis = € 10,-
Wir wissen jetzt dass sowohl die Geldmenge, als auch die Gütermenge, sich auf den Preis auswirken. Und wir wissen, dass Inflation die Ausdehnung der Geldmenge ist.
3. Wer erhöht denn die Geldmenge und wie geschieht das?
Sowohl die Zentralbank (Europäische Zentralbank EZB) als auch Geschäftsbanken (z.B. Erste, Raiffeisenbank, easyBank) können die Geldmenge erhöhen.
Die EZB erhöht die Geldmenge auf Befehl von politischen Entscheidungsträger, das nennt man Geldpolitik.
Die EZB kann das Geld mit der Druckerpresse vermehren (Zentralbankgeld).
Zudem kann die EZB auch die Kreditzinsen erhöhen oder senken.
Die Geschäftsbanken vergeben je nach Höhe des Zinssatzes mehr oder weniger Kredite.
Je höher die Zinsen sind, desto weniger Kredite werden vergeben.
Je niedriger die Zinsen sind, desto mehr Kredite werden vergeben.
Mit jedem vergebenen Kredit wird die Gesamtgeldmenge erhöht, diese Geldmenge nennt man "Giralgeld", welches per Knopfdruck aus dem Nichts erzeugt wird.
Und dadurch dass die Geldmenge erhöht wird, sprich: die Menschen geben über Kredit mehr Geld aus, treiben sie somit die Preise in die Höhe, ganz besonders dann wenn die Gütermenge gleich bleibt.
An diesem Bild erkennt man, dass bei niedrigem Zins oder gar 0% Zins, dass die Inflation steigt. Heute haben wir bereits über 6% Inflation erreicht.
4. Warum erhöht die EZB die Geldmenge?
Bei jeder Krise startet die EZB die Gelddruckerpresse, weil die Menschen in der Krise in Not geraten, z.B. sie verlieren die Arbeit und sind auf Arbeitslosengeld angewiesen, sie können ihre Schulden nicht bezahlen und brauchen Hilfskredite, sie können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen (Strom, Gas) und brauchen staatliche Hilfe wie z.B. der ökobonus in diesen Tagen.
D.h. der Staat nimmt Schulden auf bei EZB um bei jeder Krise die Bürger kurzzeitig zu entlasten.
Beispiele für Krisen: Finanzkrise 2008, Eurokrise 2012, Migrationskrise 2015, Covid-Krise 2020, Ukraine-Krise 2022 usw.
An der EZB Bilanz im Bild erkennt man den Verschuldungsgrad der gesamten EU (Eurozone).
Die EU hat Schulden bei der EZB um etwa 9 Billionen (= € 9.000 Milliarden = € 9.000.000.000.000).
Man bemerke wie in der Covid-Krise 2020, die Verschuldung von 4 Billionen auf 9 Billionen sich verdoppelte, weil sich entsprechend die Geldmenge verdoppelte. Alle Menschen waren im Lockdown und haben nicht gearbeitet (= Gesamtgütermenge gleichgeblieben). Das ist ein wesentlicher Grund wieso wir heute mit diesen Preissteigerungen im Alltag konfrontiert sind!
Was passiert wenn man zuviel Geld druckt?
Irgendwann einmal bemerken die Leute oder die Märkte (Investoren, Konsumenten) dass, zu viel Geld im Umlauf ist, und dadurch dass das Geld kein knappes Gut mehr ist, wird es immer wertloser.
Die Menschen verlieren das Vertrauen im Geld, und erachten es nicht mehr als ein Wertspeicher.
Irgendwann ist sogar ein Salatkopf werthaltiger als das entwertete Geld.
Frage: Was würdet ihr denn mit eurem Geld machen wenn ihr genau wisst, dass ihr morgen für euer Geld halb so wenig kaufen könnt wie heute?
Antwort: So schnell wie möglich heute etwas damit kaufen!!
Der Verfall der Währung beginnt mit galoppierender Inflation, dann Super-Inflation (>100% Inflation) und dann Hyper-Inflation (>1000% pro Jahr).
Beispiele:
- Weimarer Republik 1923 (3 Mio.% Hyperinflation)
- Venezuela 2010
- Zimbabwe 2007 (millionenfache %)
- Argentinien 2002
INFLATION ist die URSACHE für die PREISANSTIEGE.